Beim Thema Potenzschwäche gibt es viele Unsicherheiten und Fragen. Hier haben wir für Sie die wichtigsten zusammengestellt – übersichtllich nach Themenfeldern sortiert:
› Allgemeine Fragen zu Potenzstörungen
› Fragen zu den Ursachen von Potenzstörungen
› Fragen zur Behandlung von Potenzstörungen
› Fragen zum Arztbesuch
› Sonstige Fragen
Allgemeine Fragen zu Potenzstörungen
1. Impotenz, Erektionsstörung, erektile Dysfunktion - ist das alles dasselbe?
Im Prinzip ja, doch es gibt Unterschiede. Der am häufigsten verwendete Begriff ist Impotenz, doch damit wird oft auch Zeugungsunfähigkeit gemeint. Eine einmal auftretende Erektionsstörung kann vorkommen, ohne dass sie behandelt werden muss. Wenn sie jedoch dauerhaft auftritt, sprechen Mediziner von erektiler Dysfunktion.
2. Ist weniger Lust auf Sex ein Anzeichen von Impotenz?
Nein. Allerdings erleben es Paare immer wieder, dass der Partner mit Potenzschwäche „mangelnde Lust“ als Begründung vorschiebt und sich aus Situationen körperlicher Nähe zurückzieht.
3. Wer sagt mir, dass meine Potenzschwäche behandelt werden muss?
Ihr Arzt. Um eine erektile Dysfunktion zu diagnostizieren, wird der Arzt Ihre Krankengeschichte aufnehmen und Sie untersuchen, um sicherzustellen, dass nicht eine andere sexuelle Funktionsstörung vorliegt. Denken Sie daran, dass eine erektile Dysfunktion das dauerhaft auftretende Problem ist, eine Erektion zu erlangen oder zu halten, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht.
4. Wie entsteht eine Erektion?
Die Erektion ist ein komplexes Zusammenspiel von sexueller Stimulation, Nervensignalen, der Freisetzung von Botenstoffen und deren Wirkung auf die Muskulatur des Penis. Am Ende der Kette erschlafft das Muskelgewebe in den Schwellkörpern. Das führt dazu, dass mehr Blut einströmt und weniger abfließt. Der Penis richtet sich auf.
5. Wie viele Männer leiden an Erektionsstörungen?
Die Zahlen, die es dazu gibt, basieren auf Hochrechnungen, die anhand von größeren Fallstudien vorgenommen wurden. Demnach leiden in Deutschland etwa sechs Millionen Männer an erektiler Dysfunktion. Weltweit wird die Zahl der Patienten mit Potenzschwäche auf rund 160 Millionen geschätzt. Eine neue Studie besagt, dass jeder fünfte Mann im Alter zwischen 40 und 70 an Erektionsstörungen leidet.
6. Woran erkenne ich, dass meine Erektionsstörungen behandelt werden müssen?
Wenn über einen längeren Zeitraum wiederholt keine Erektion zustande kommt bzw. gehalten werden kann, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht.
Fragen zu den Ursachen von Potenzstörungen
7. Ich bin Diabetiker und leide außerdem an Bluthochdruck. Kann dies meine Erektionsstörungen verursachen?
Bei Zuckerkrankheit und Bluthochdruck ist dies sehr wahrscheinlich. Manchmal ist sogar die Erektionsstörung das erste Anzeichen einer anderen Erkrankung. Deshalb wird in der Regel ein Mann beim Arzt auch auf Gefäßkrankheiten untersucht, wenn er Erektionsstörungen behandeln lassen will.
8. Ich bin Raucher. Beeinflusst das die Erektionsfähigkeit?
Rauchen schädigt den Kreislauf - und kann somit die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Der Zigarettenkonsum zählt zu den Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer Potenzschwäche.
9. Ich habe gehört, dass manche Medikamente Erektionsstörungen verursachen - stimmt das?
Einige Medikamente, die Sie wegen anderer Krankheiten einnehmen, können eine erektile Dysfunktion als Nebenwirkung verursachen. Dazu zählen manche der Medikamente, mit denen Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Allergien, Depressionen, Angstzustände, Essstörungen und Geschwüre behandelt werden.
10. Ich halte mich körperlich fit. Trägt das zur Verbesserung der Potenz bei?
Fitness kann vorbeugend wirken. Zwischen Erektionsstörungen und dem Störungen des Gefäßsystems besteht ein enger Zusammenhang. Deshalb gilt: Alles, was dem Herz-Kreislauf-System nützt, trägt auch dazu bei, die Potenz zu stärken. Typische Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, zu hohe Bluttfettwerte können den Kreislauf schädigen - und damit auch die Potenz beeinträchtigen.
11. Warum haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko?
Ein Diabetes (Zuckerkrankheit) kann als Spätfolge zu einer Potenzschwäche führen. Im Verlauf der Krankheit können die Blutgefäße geschädigt werden, was den Blutzufluss in die Schwellkörper beeinträchtigt. Ebenfalls schädigend kann der Diabetes sich auf die Nerven auswirken und so die Signalübertragung, an deren Ende sich die Gefäße in den Schwellkörpern weiten, unterbrechen.
12. Warum haben Männer mit Prostataleiden ein erhöhtes Risiko?
Ältere Männer haben häufig Probleme mit der Prostata. Auch der Krebs der Prostata gehört dazu. In vielen Fällen entscheiden sich die Ärzte, die Drüse operativ zu entfernen. Bei diesem Eingriff können unter Umständen die Nervenbahnen, die zum Penis führen, geschädigt werden. Das kann eine Potenzschwäche auslösen.
13. Warum haben Patienten mit Bluthochdruck ein erhöhtes Risiko?
Bluthochdruck schädigt die Gefäße - und das kann unter Umständen den Blutzufluss zum Penis behindern. Es fließt nicht mehr genügend Blut in die Schwellkörper, um den Penis steif werden zu lassen. Die Potenzschwäche kann auch als unerwünschte Begleiterscheinung einer medikamentösen Therapie gegen den Bluthochdruck auftreten.
14. Warum treten Erektionsstörungen mit zunehmendem Alter verstärkt auf?
Wenn Männer älter werden, merken sie, dass es länger dauert, bis sie eine Erektion bekommen, dass die Erektionen nicht mehr so hart wie früher sind oder dass es länger dauert, bis sie zum Höhepunkt kommen. Diese normalen Veränderungen, die mit dem Alter einhergehen, sollten nicht mit einer erektilen Dysfunktion verwechselt werden. Eine Potenzschwäche ist kein unvermeidlicher Bestandteil des Alters. Allerdings treten mit zunehmendem Alter häufiger die Krankheiten auf, die in einem engen Zusammenhang mit Potenzschwäche stehen (Bluthochdruck und andere Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Prostatabeschwerden). Falls eine Potenzstörung entsteht, lässt diese sich in der Regel gut behandeln.
15. Welche Ursachen für Potenzschwäche gibt es?
Bei sieben von zehn Männern, die an Erektionsstörungen leiden, gibt es dafür körperliche Gründe. Am häufigsten ist ein Zusammenhang mit Bluthochdruck und anderen Kreislaufkrankheiten, mit Diabetes und mit Prostataleiden (z. B. Entfernung der Prostata).
16. Wie kann ich einer Potenzschwäche vorbeugen?
Durch den Abbau von Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck). Und durch körperliche Fitness.
17. Woran erkenne ich, dass meine Potenzschwäche seelische Ursachen hat?
Männer wachen morgens häufig mit einer Erektion auf. Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Potenzschwäche keine körperlichen Gründe hat. In den meisten Fällen (70 Prozent) gibt es organische Ursachen für das Ausbleiben einer Erektion.
Fragen zur Behandlung von Potenzstörungen
18. Die neuen Tabletten haben bei mir nicht sofort gewirkt. Was nun?
Normalerweise wirken die neuen Medikamente sofort und in den meisten Fällen (ca. 95 Prozent). Es kann allerdings vorkommen, dass es am Anfang noch nicht so läuft wie gewünscht. Das kann damit zusammenhängen, dass Sie sich nach der Einnahme zu sehr unter Druck setzen. Wenn es jedoch trotz der neuen Medikamente nach mehreren Einnahmeversuchen keine Erfolge gegeben hat, sollte noch einmal das Gespräch mit dem Arzt gesucht werden. Vielleicht ist eine Dosisanpassung oder ein Wechsel des Medikaments angezeigt.
19. Gibt es außer Tabletten noch andere Therapiemöglichkeiten?
Ja, doch seit es die medikamentöse Therapie gibt, haben diese an Bedeutung verloren. Bekannt sind u. a. die SKAT-Therapie, bei der sich der Patient eine erektionsauslösende Spritze in den Penis setzt, die Vakuumpumpe, bei der mittels Unterdruck der Blutzufluss angeregt wird sowie die operative Einsetzung von Schwellkörperprothesen.
20. Ich hatte vor sechs Monaten eine Bypass-Operation. Darf ich bei Erektionsstörungen die neuen Medikamente nehmen?
Sie sollten mit Ihrem Arzt besprechen, ob etwas gegen die Einnahme spricht. Wenn es keine Gegenanzeigen gibt, kann er Ihnen die neuen Medikamente verordnen. Die Tabletten dürfen nicht zusammen mit nitrathaltigen Medikamenten eingenommen werden (z. B. Nitroglyzerin-Spray). Auch bei schweren oder sehr kurz zurückliegenden Herzerkrankungen dürfen diese Medikamente nicht eingenommen werden.
21. Im Internet werden immer wieder Potenzmittel angeboten. Was ist davon zu halten?
Sie sollten diese Arzneimittel nur nach einem Arztbesuch und nur in einer Apotheke beziehen. Nur so können sie sicher sein, dass Sie auch tatsächlich das Original-Medikament und keine Fälschung erhalten.
22. Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
Zu den häufiger beobachteten Nebenwirkungen der erektionsfördernden Medikamente zählen Kopfschmerzen und Gesichtsröte (Flush). Sie treten nur selten auf und sind in der Regel nur von kurzer Dauer.
23. Muss ich jede Potenzschwäche behandeln lassen?
Nein. Behandlungsbedürftig ist eine Potenzschwäche nur dann, wenn sie wiederholt über einen längeren Zeitraum auftritt. Erst dann sprechen die Mediziner auch von erektiler Dysfunktion. Wenn es nur einmal „nicht klappt“, ist das noch kein Grund zur Beunruhigung. Entgegen aller Klischees muss der Mann nicht immer können. Möglicherweise hat die Erektionsstörung dann situationsbedingte Ursachen (Versagensangst, Stress, Müdigkeit).
24. Muss ich wirklich unbedingt vorher zum Arzt?
Ja. Nur ein Arzt darf die neuen Medikamente verschreiben.
25. Verstärken die Medikamente meinen Sexualtrieb?
Nein. Ihr Sexualtrieb wird durch die neuen Medikamente nicht verändert. Die Wirkstoffe tragen lediglich dazu bei, dass im Falle einer sexuellen Stimulation eine Erektion entstehen kann.
26. Was passiert nach dem Orgasmus?
Die Erektion klingt ganz normal ab. Sie müssen keine Sorge haben, dass nach einem Orgasmus die Erektion anhält (bei einer zu lange andauernden Erektion spricht man von Priapismus).
27. Welche Gegenanzeigen gibt es bei den neuen Medikamenten?
Die gleichzeitige Anwendung der neuen Medikamente und Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren in jeder Form ist kontraindiziert.
28. Wie erhalte ich die neuen Medikamente gegen Erektionsstörungen?
Die neuen Medikamente gegen Erektionsstörungen sind verschreibungspflichtig. Das heißt, ein Besuch beim Arzt ist unumgänglich. Er wird, bevor er Ihnen eines der neuen Mittel verordnet, eine Untersuchung durchführen. Das ist nötig, um zu erkennen, ob die Potenzschwäche auf eine medikamentöse Behandlung anspricht (was sie in der Regel macht).
29. Wie kann ich meine Potenzschwäche behandeln lassen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Am weitesten verbreitet ist heute die medikamentöse Therapie, bei der ein Wirkstoff als Tablette geschluckt wird, der die Erektionsbereitschaft wiederherstellt. Andere Verfahren wie z. B. eine direkte Injektion einer erektionsauslösenden Substanz in den Schwellkörper oder der Einsatz von Schwellkörper-Implantaten haben mittlerweile an Bedeutung verloren. Heute kann die Medizin 95 Prozent aller Männer, die von Potenzschwäche betroffen sind, helfen.
30. Wie wirken die neuen Medikamente?
Die Medikamente hemmen einen körpereigenen Botenstoff, der für die Abschwächung der Erektion verantwortlich ist. Im Körper des Mannes schaffen sie nach der Einnahme die Bereitschaft zu einer Erektion. Die Zeit bis zum Wirkungseintritt kann von Mann zu Mann und je nach Medikament variieren. Für das Zustandekommen einer Erektion ist nach wie vor eine sexuelle Stimulation notwendig.
Fragen zum Arztbesuch
31. Warum muss der Arzt mich untersuchen?
Ihr Arzt will sichergehen, dass Ihre Probleme mit den neuen Medikamenten behandelt werden können. Und er will ausschließen, dass aufgrund von anderen Krankheiten die Medikamente bei Ihnen nicht angewendet werden dürfen.
32. Was kann ich gegen die Angst unternehmen, das Thema beim Arzt anzusprechen?
Bereiten Sie sich auf den Arztbesuch vor. Überlegen Sie sich, wie Sie anfangen wollen (z. B.: „Herr Doktor, im Fernsehen habe ich einen Bericht über ein neues Medikament gesehen?“). Und bringen Sie es am besten sofort zur Sprache, sodass Ihr Arzt sich Thema dem auch eingehend widmen kann.
33. Was prüft mein Arzt bei der Untersuchung?
Im Verlauf der körperlichen Untersuchung achtet Ihr Arzt besonders auf Anzeichen verborgener Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck oder Herzleiden. Körperliche Untersuchungen variieren in Art und Umfang und können auch den Penis und das Rektum umfassen.
34. Was wird der Arzt mich fragen?
Ihr Arzt wird Näheres über Ihr Sexualleben wissen wollen. Möglicherweise ist es Ihnen unangenehm, manche dieser Fragen zu beantworten. Aber sie helfen Ihrem Arzt, die Ursache für Ihre Potenzschwäche einzugrenzen. Vermutlich will Ihr Arzt wissen, wie lange Sie das Problem schon haben, ob es plötzlich oder allmählich auftrat, ob es partnerabhängig ist (bei mehreren Sexualpartnern). Und er stellt Ihnen natürlich Fragen zur medizinischen Vorgeschichte (Krankheiten, Operationen, Unfälle).
35. Wie finde ich den richtigen Arzt?
Unser Arztsuche nennt Ihnen einen Urologen oder einen anderen Arzt in Ihrer Nähe. Er wird Ihnen weiterhelfen können. Zur Arztsuche bitte
hier klicken.
Sonstige Fragen
36. Kann ich trotz Potenzschwäche Kinder haben?
Impotenz und Unfruchtbarkeit haben nichts miteinander zu tun. Wenn Sie mit Hilfe der neuen Medikamente wieder in der Lage sind, einen befriedigenden Geschlechtsverkehr auszuüben, können sie auch ganz normal Kinder zeugen.
37. Mein Partner leidet an Potenzstörungen. Wie kann ich ihm helfen?
In vielen Partnerschaften wird das Thema schamhaft verschwiegen. Das ist falsch. Offenheit bringt Sie weiter. Sprechen Sie das Thema an, am besten in einer Situation, in der Sie und Ihr Partner entspannt sind und Zeit haben ? und nicht, wenn ?es? gerade passiert ist.
38. Soll ich das Problem mit meiner Partnerin besprechen?
Auf jeden Fall. Offenheit ist wichtig in einer Beziehung, gerade wenn es sexuell nicht läuft. Berichten Sie Ihrer Partnerin von Ihren Sorgen und Ängsten, und sagen Sie Ihr, dass Sie aktiv werden, um das Problem anzugehen. Offene Gespräche können den Druck von den Partnern nehmen, der sonst beim Sex die Lust mindert.
39. Zahlt die Krankenkasse die neuen Therapiemöglichkeiten?
Die Behandlung von Potenzstörungen wird von der Kasse in der Regel nicht bezahlt.